Vortrag: Beginen im Bodenseekreis - Eine religiöse Frauenbewegung

Im Zuge der religiösen Frauenbewegung des Spätmittelalters fanden sich an vielen Orten auch am Bodensee Frauen zusammen, die „das vom Evangelium abgeleitete Ziel verfolgten, Christus abseits des traditionellen Klosterlebens nachzufolgen, das heißt, ein freiwillig armes, auf Bettel und Handarbeit fundiertes, teils beschaulich, teils karitativ-aktiv ausgerichtetes Leben inmitten der Welt, ohne Klostermauern, Regeln und verbindlichen Gelübden zu führen“ (Wilts). Die Bewegung begann in den Städten und breitete sich dann auch auf dem Lande aus. Allein im heutigen Bodenseekreis entstanden zwischen 1220 und 1457 sechzehn, allerdings manchmal nur kurz existierende solche Schwesterngemeinschaften, von denen immerhin sieben bis ins frühe 19. Jahrhundert bestanden. Auf Druck der Amtskirche wurden diese Gemeinschaften allerdings sukzessive gezwungen, sich bestehenden Ordensgemeinschaften anzuschließen, das waren meist die Franziskaner, in drei Fällen die Dominikaner. Aufgrund ihrer Armut konnten die Frauenkonvente aber keine strikte Klausur praktizieren, sie übernahmen die weniger strenge sog. Drittordensregel, die ihnen Außenkontakte ermöglichte. Der Vortrag behandelt vergleichend die Entstehungsgeschichte dieser Gemeinschaften, ihre weitere Entwicklung, ihre wirtschaftliche Grundlage, die soziale Zusammensetzung, ihr soziales Wirken und ihre Spiritualität. Der Dozent Dr. Elmar Kuhn ist Vorsitzender der Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur. Der Vortrag findet am Freitag, 14.03.2014, 19:00 - 20:30 Uhr im Gemeindesaal der evangelischen Kirche, Grabenstr. 2, Überlingen, statt. Abendkasse 8,- EUR.